Handlungspädagogik – Schule und Hof

Handlungspädagogik meint eine vielfältige Umgebung, in der Kinder und Jugendliche ihre Persönlichkeitsanlagen möglichst vollständig entfalten können. Gemeint ist die Ausweitung einer überkommenen Form von Schule, die im Wesentlichen aus Klassenzimmer und einem Lehrer besteht. Was früher das "ganze Dorf" war, das für die Erziehung des Kindes zuständig war, kann heute als neue Form von Schule wieder entstehen. Diese Schule braucht einen Leben- und Lernort, der erzieherische Qualitäten in sich trägt und der von Menschen, die tatsächlichen Beschäftigungen selbstbestimmt nachgehen, gestaltet wird. Intellektuelle, Lehrer, Landwirt, Arzt und Künstler, sie alle können zusammen Lehrer des Kindes sein. Für uns ist dieser Ort an erster Stelle der landwirtschaftliche Hof.

Der Demeter-Gärtnerhof "Himmel & Erde" in Kahlenberg ist ein solcher Mittelpunkt unseres "bewegten und grünen Klassenzimmers", an dem wir nach handlungspädagogischen Gesichtspunkten arbeiten.



Der Hof ist ein generationsübergreifender und vielfältiger Lebenslernort, wie es schon viele andere Schulen vormachen: „Motorische Fähigkeiten und sinnliche Wahrnehmung werden geschult. Die Kinder sammeln Primärerfahrungen, was heute auch auf dem Land nicht mehr selbstverständlich ist. Es entwickelt sich eine positive Beziehung zur Natur, die später zu einem verantwortungsvollen Umgang mit ihr führt. Früh schon lernen die Kinder die Kreisläufe der Natur und ihre Rhythmen tätig kennen und durchleben sie mehrmals unter verschiedenen Aspekten. Durch die Pflege der Tiere lernen sie es, Beziehungen zu knüpfen, zu pflegen und die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen. Sie müssen lernen, Absprachen einzuhalten und Regeln zu befolgen. Darauf werden sie meist nicht (nur) durch den Lehrer, sondern durch das Tier selbst hingewiesen. Die Schüler erleben sich bei der Arbeit außerhalb des Klassenzimmers in neuen Rollen und entwickeln neue Aspekte ihrer Persönlichkeit. Bei der Arbeit lernen die Kinder ihre psychischen und physischen Grenzen kennen und erweitern. Und das Ganze nicht (nur) in Form einer kurzen Klassenfahrt oder eines Projektes, sondern mehrere Jahre in Folge.“ (E. Schwartz, FWS Saar-Hunsrück, erziehungskunst 6/2006)

Ausführliche Informationen zum Thema siehe Erziehungskunst, Heft Juli/August 2015.